Gesunde Sexualität

Sex und Beziehungen

Viele Menschen, bei denen gerade HIV diagnostiziert wurde, fragen sich, ob sie immer noch Sex in einer festen Beziehung oder mit Gelegenheitspartnern genießen können. Die gute Nachricht ist, dass Sex genauso schön sein kann, wenn ein Partner HIV-positiv ist. Einige Aspekte müssen jedoch berücksichtigt werden.

Dieser Teil der Website enthält einige Informationen zum Thema Sex und Beziehungen für Menschen mit HIV. Diese beziehen sich hauptsächlich auf serodiskordante Paare, d.h. Paare mit einem HIV-positiven und einem HIV-negativen Partner.

Die folgenden Themen werden erörtert:

Gespräche über Sex

Falls bei Ihnen vor kurzem HIV diagnostiziert wurde, kann es schwierig sein zu entscheiden, wem Sie es erzählen. Es lässt sich schwer im Voraus erraten, wie bestimmte Menschen reagieren werden. Auch wenn Ihre Sexualpartner wahrscheinlich ihre Unterstützung anbieten werden, besteht die Möglichkeit, dass die Reaktion anders ausfällt.

Es gibt viele gute Gründe, warum Sie festen sowie Gelegenheitspartnern von Ihrer HIV-Diagnose erzählen sollten. Sie könnten zum Beispiel selbst einen HIV-Test durchführen lassen, wobei sie manchmal einige Wochen abwarten müssen, um die Richtigkeit der Ergebnisse sicherzustellen. Möglicherweise ist es auch gesetzlich vorgeschrieben, dass Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin von Ihrer HIV-Infektion in Kenntnis setzen müssen.

Wenn Sie gut informiert sind, können Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin fundierte Entscheidungen über die Art von sexuellen Handlungen treffen, bei denen Sie sich beide wohl fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin darüber! Sie können zum Beispiel die Art und Weise, auf die Sie Geschlechtsverkehr haben, ändern, damit Sie den Sex ohne Angst genießen können. Es macht es auch einfacher, mit der Situation klarzukommen, wenn er oder sie versehentlich der Gefahr einer Infektion ausgesetzt wird.

Einnahme von HIV-Medikamenten zur Vorbeugung von Infektionen

Behandlung als Prophylaxe

Heute kann die HIV-Behandlung die Anzahl der HI-Viren im Körper so sehr verringern, dass das Risiko der Übertragung von HIV auf einen Partner oder eine Partnerin durch sexuellen Kontakt extrem niedrig ist. Dies wird als Behandlung als Prophylaxe bezeichnet.

Um des Risiko einer Übertragung von HIV möglichst gering zu halten, müssen folgende Vorkehrungen getroffen werden:

Warum es wichtig ist, ein Kondom zu benutzen

Auch wenn die Behandlung als Prophylaxe das Risiko der HIV-Übertragung verringern kann, stellen Kondome immer noch die beste Art der Verhütung dar, mit der Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin sich vor Geschlechtskrankheiten und ungewollten Schwangerschaften schützen können. Manche Geschlechtskrankheiten sind unheilbar und viele von ihnen können zu schwerwiegenden Komplikationen bei Menschen mit und ohne HIV führen, einschließlich einiger Krebsarten. Auch andere Infektionen können durch Sex übertragen werden, so zum Beispiel Shigella-Bakterien, die zu schwerwiegender Diarrhö führen können.

Minimierung der Risiken beim Sex

Obwohl die Berichte über den Einsatz der Behandlung als Prophylaxe für Menschen mit HIV, die sexuelle Beziehungen eingehen möchten, vielversprechend sind, ist Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven Menschen ohne Kondom weiterhin mit dem Risiko einer HIV-Infektion verbunden. Verschiedene Arten von Geschlechtsverkehr sind jedoch mit unterschiedlich hohen Risiken verbunden, und die Behandlung als Prophylaxe schützt nicht vor der Übertragung anderer Geschlechtskrankheiten.

Darüber hinaus ist die Höhe der Wahrscheinlichkeit der Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit bei Menschen, die Sex mit vielen verschiedenen Menschen haben, anders als bei Menschen in monogamen Beziehungen (mit nur einem Partner). Bei Menschen, die viele Sexualpartner haben, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten höher. Diese sollten sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen. Es ist zu bedenken, dass der Konsum von Drogen oder Alkohol die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Risiken beim Sex in Kauf genommen werden, was sich auf Ihre körperliche und psychische Gesundheit auswirken kann.

Sex ohne Kondome und ohne eine andere Art von Verhütung kann außerdem zu einer Schwangerschaft führen. Hierbei besteht das Risiko, dass HIV während der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind übertragen wird. Es ist für Menschen mit HIV durchaus möglich, Kinder zu bekommen. Dies erfordert jedoch besondere Vorsichtsmaßnahmen, um eine sichere Schwangerschaft und Geburt sicherzustellen.

Sex zwischen Partnern, die beide HIV-positiv sind

Auch wenn es harmlos erscheint, Geschlechtsverkehr ohne Kondom zu haben, wenn beide Partner HIV-positiv sind, sollten Sie nicht vergessen, dass auch andere Geschlechtskrankheiten durch Sex übertragen werden können. Viele dieser Krankheiten können für Menschen mit und ohne HIV schwerwiegende Konsequenzen haben. Auch andere Stämme oder Arten von HIV können übertragen werden. Dies kann sich als problematisch erweisen, wenn das Virus bei einem der Partner resistent/mutiert ist, da einige HIV-Therapien gegen diese Stämme weniger Wirksamkeit zeigen.

Sexuelle Probleme

Sexuelle Probleme – manchmal auch als „sexuelle Dysfunktion“ bezeichnet – können jeden Mensch betreffen. Aus vielen Gründen ist die Wahrscheinlichkeit sexueller Probleme bei Menschen mit HIV jedoch höher als bei anderen Menschen.

Die HIV-Diagnose kann Stress verursachen, und Stress kann sich wesentlich auf den Sexualtrieb oder die sexuelle Fähigkeit auswirken. Sexuelle Probleme können bei Männern und Frauen mit HIV als Folge von psychologischen Problemen entstehen. Es gibt jedoch auch einige physische Aspekte der HIV-Infektion und ihrer Behandlung, die zu diesen Problemen beitragen können. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass sexuelle Probleme jederzeit auftreten können, und zwar aus Gründen, die in keinem Zusammenhang mit HIV stehen. 

Bei Männern kann sexuelle Dysfunktion als Folge niedriger Testosteronwerte auftreten, die wiederum durch eine fortgeschrittene HIV-Infektion verursacht werden können. Es kann sich für manche Menschen als schwierig erweisen, nach einer HIV-Diagnose sicheren Sex zu praktizieren. Das Risiko von Erektionsproblemen steigt mit dem Alter, und bei manchen Männern deutet die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, auf andere Gesundheitsprobleme hin, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sollten Sie Erektionsprobleme mit Ihrem Arzt besprechen. Heute gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Erektionsstörungen.

Frauen mit HIV berichten häufiger als andere Frauen von sexuellen Problemen, insbesondere diejenigen mit schwerwiegenderen HIV-Symptomen und schlechter Therapietreue. Sexuelle Probleme können aufgrund verschiedener, manchmal komplexer Gründe auftreten: Beziehungsstatus, Depression, mangelndes sexuelles Verlangen, Besorgnis über HIV-Übertragung und mit Gefäßerkrankungen und antiretroviraler Therapie zusammenhängende sexuelle Einschränkungen. Es gibt auch einige Hinweise darauf, dass Frauen mit HIV ein wenig früher in die Wechseljahre kommen als andere Frauen. Aus diesem Grund kann es bei ihnen zu den damit verbundenen sexuellen Problemen kommen, z. B. verminderter Sexualtrieb und Scheidentrockenheit. 

Fragen, die Sie Ihrem Betreuungsteam stellen sollten

  • Kann ich jemanden mit HIV anstecken, wenn ich Geschlechtsverkehr ohne Kondom habe?
  • Wie kann sich die HIV-Therapie auf mein Sexualleben auswirken?
  • Wie kann ich in Zukunft Risiken in Bezug auf meine sexuelle Gesundheit vermeiden?
  • Wie kann ich Kontakt zu ehemaligen Sexualpartnern aufnehmen, um ihnen zu sagen, dass ich HIV-positiv bin?