Gesunde Psyche

Was ist eine gesunde Psyche?

Psychische oder geistige Gesundheit wird als Zustand des Wohlbefindens definiert. Sie können Ihre Fähigkeiten voll ausschöpfen, die Belastungen des täglichen Lebens bewältigen sowie produktiv und effizient arbeiten.

Wo liegt das Problem?

Jeder vierte Mensch ist irgendwann in seinem Leben von psychischen Problemen betroffen, unabhängig davon, ob er oder sie HIV-positiv ist oder nicht.
Menschen mit HIV sind wegen der Auswirkungen der Virusinfektion, der Medikamente, die sie im Rahmen der Therapie einnehmen, der Herausforderungen, die das Leben mit einer schwerwiegenden Langzeitkrankheit mit sich bringt, und der Angst, andere Menschen mit HIV anzustecken, ganz besonders anfällig für diese Probleme.

Wie kann sich HIV auf meine geistige und psychische Gesundheit auswirken?

HIV kann eine physikalische Wirkung auf Ihr Gehirn und Ihre Nervenzellen haben, da das Virus kurz nach der Ansteckung ins Gehirn und das zentrale Nervensystem gelangen kann. Im Laufe der Zeit kann dies zur HIV-assoziierten neurokognitiven Störung führen, die mit verschiedenen Symptomen einhergeht, zum Beispiel kurze Gedächtnisspanne, Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, schlechtes Urteilsvermögen, Verwirrung und sogar Schwäche von Extremitäten.

Schlafstörungen kommen ebenfalls häufig bei Menschen mit HIV vor, wobei Frauen eher an Schlafstörungen leiden als Männer. Dazu zählen Erschrecken während des Schlafes, lebhafte Träume und Schlaflosigkeit. Diese können mit der HIV-Infektion zusammenhängen oder als Nebenwirkungen der Medikamente auftreten. Manche HIV-Therapien werden auch mit Depression oder Schlaflosigkeit in Verbindung gebracht.

Wie kann ich psychisch gesund bleiben?

Wenn Sie mit HIV leben, ist es durchaus normal, dass Sie manchmal emotional, beunruhigt, ängstlich oder deprimiert sind, insbesondere wenn Sie erst kürzlich Ihre Diagnose erhalten haben. Wenn diese Probleme jedoch nicht von selbst weggehen, oder wenn Sie eines der Symptome der HIV-assoziierten neurokognitiven Störung bei sich feststellen (oder ähnliche Symptome), sollten Sie mit Ihrem medizinischen Betreuungsteam besprechen, wo Sie Unterstützung finden können.

Wussten Sie schon?

Eine vor kurzem durchgeführte Studie deutet an, dass etwa ein Viertel aller in Europa lebenden Menschen mit HIV eine schwere Depressionsphase erlebt hat. In anderen Studien wurden bei vier bis fünf von zehn Menschen mit HIV Angstzustände festgestellt.

Fragen, die Sie Ihrem medizinischen Betreuungsteam stellen sollten

  • Gibt es eine Untersuchung, mit der ich meine geistige oder psychische Gesundheit überprüfen kann?
  • Ist das Risiko von geistigen oder psychischen Erkrankungen bei mir erhöht, weil ich mit HIV lebe oder einen bestimmten Lebensstil führe?
  • Wie lassen sich Depression und Angstzustände behandeln?
  • Kann ich meinen Lebensstil irgendwie ändern, um Depression und Angstzustände in den Griff zu bekommen?